Die Geschichte vom Kunststoff

Bis weit ins 20. Jahrhundert waren Produkte auf eine dauerhafte Benutzung ausgelegt. Tante-Emma-Läden, Milchmänner oder Wochenmärkte: Sie alle versorgten die Bevölkerung mit verpackungsfreien Artikeln. Die gebrauchten Flaschen und Verpackungen konnten wiederverwendet oder im Laden retourniert werden.

Nach dem 2. Weltkrieg etablierte sich der Kunststoff zum Massenprodukt. In den Anfangsphasen wurde das Material jedoch noch mit Vorsicht behandelt. Doch durch den aufkommenden Massenkonsum in den späten 1950er Jahre, wuchs der Ressourcenhunger sowohl in der Gesellschaft als auch in der Wirtschaft immer mehr. Die Industrie wollte Geld sparen. So vereinfachten sie die Lieferketten, indem sie Flaschen und Verpackungen nicht mehr zurücknahmen, sondern konzipierten diese so, dass sie der Konsument nach der Benutzung entsorgen kann.

 

Die Umstellung von Mehrweg- auf Einwegverpackungen erfolgte ab dann schrittweise. In den 1960er Jahren sprachen sich Unternehmen wie Coca-Cola gegen ein Pfandgesetz aus, welches sie dazu verpflichtet hätte, ihre Glasflaschen zu retournieren. 1978 brachte Coca-Cola dann die heute bekannte Einweg PET-Flasche als Ersatz für die Kultflasche aus Glas auf den Markt. Dies wird als Startschuss für die heutige Wegwerfmentalität betrachtet.

 

Aufgrund der Globalisierung und durch die Antriebskraft des weltweiten Handels, verbreiten sich Einwegverpackungen rapide. Lieferketten können heute über den gesamten Globus verlaufen. Befindet sich ein Verbraucher weit entfernt vom Herstellungsort, erschwert und verteuert dies die Rücknahme der Verpackung. Mit dem Überangebot an Plastik wurde es sowohl günstiger als auch bequemer, Einwegverpackungen aus Kunststoff zu verwenden. Dieser Grundsatz hat sich bis heute durchgesetzt.